Bildungsprojekt Podgorica/Danilovgrad, Montenegro, 2.-4. Dezember 2013

Nach einigen Monaten der Kontaktaufnahme und Planung mit dem Gymnasium „Slobodan Skerovic“ in Podgorica und einer kurzfristigen Kooperation mit dem Gymnasium „Petar Petrovic II Njegos“ in Danilovgrad, brachen die sieben studentischen CBS-Mitglieder Pia Heinen, Joscha Lauer, Raphael Karutz, Markus Maier, Fabian Bendisch, Merve Can und Carmen Exner am Abend des 30. Novembers 2013 nach Montenegro auf. 
Nach einer erlebnisreichen 21-stündigen Fahrt (das Material wurde vom Sturm aus der Dachbox gefegt, konnte aber gerettet werden) kam man doch gut in Podgorica an, bezog die Unterkunft und traf sich sogleich mit den Ansprechpartnerinnen der beiden Schulen, um letzte Details für die kommenden drei Projekttage zu besprechen.

  
 

Der erste Tag begann mit einer Einheit zum Thema Klimawandel und der Bedeutung der Erneuerbaren Energien, sowie einem Überblick über die verschiedenen Bereiche. Aufgelockert wurde der Vortrag mit einem interaktiven Spiel und dem Errechnen des eigenen Footprints. Da die Schülerinnen und Schüler hochmotiviert und interessiert bei der Sache waren konnte man spontan Berechnungen zur Wasserkraft und das Windprofil einer Windkraftanlage aufgreifen.
Nach der Theorieeinheit morgens begann der Praxisteil mit dem Bau kleiner Solarfahrzeuge. Dafür wurden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eingeteilt und ihnen Schlüsselmaterialien wie Motor, Getriebe und Solarpanels zur Verfügung gestellt. Der erste Tag galt dann dem Bau des Motors und dem Testen verschiedener Getriebeübersetzungen. Viele Gruppen konnten ihr Auto sogar schon mit dem Solarpanel verbinden und testen.   
 
Am zweiten Tag teilte man die Themen auf: In Danilovgrad wurde das Thema Elektromobilität behandelt. Hier standen die Möglichkeiten von Elektroautos und deren Einbindung in die Infrastruktur und Energienetze im Vordergrund. Zudem führten die Schüler Berechnungen zu verschiedenen Batterie- und Kraftstoffarten, sowie zu den Ladezeiten der Autos durch.
In Podgorica stand das Thema Photovoltaik auf dem Plan. Hier wurden, ausgehend von der Betrachtung des Potenzials der Sonnenenergie, zunächst allgemein die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten behandelt. Nach einem kurzen Blick auf die Solarthermie lag dann der Schwerpunkt zunächst auf den physikalischen Hintergründen der Photovoltaik - der pn-Übergang wurde ebenso diskutiert wie die Eigenschaften des Halbleiters Silizium. Im Anschluss wurde die Solarzelle als ganzes betrachtet und davon ausgehend auch Module und komplette Systeme. Außerdem bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Produktionsweise von Solarzellen und lernten, die verschiedenen Typen zu unterscheiden und zu bewerten. Abschließend hatten die Schüler die Möglichkeit, bei der Auslegung kleiner Inselanlagen ihr Wissen anzuwenden.
Mittags wurde dann an den Solarfahrzeugen weiter gearbeitet. Die Schüler brachten einige Materialien von zu Hause mit, sodass kreative Karosserien aus alten Verpackungen, Holz, Pappe oder Metall entstanden. Gruppen, die schnell vorankamen, entwickelten sogar einen Verstellmechanismus, mit dem man den Anstellwinkel des Solarpanels je nach Sonnenstand verändern konnte. Zur Mittagszeit schien die Sonnte teils stark, sodass viele ihre Autos auch draußen testen konnten.
 
Für den dritten Tag tauschte man die Theorieeinheiten, das heißt in Danilovgrad stand Photovoltaik und in Podgorica Elektromobilität auf dem Plan. Die Theorie endete mit einem Feedback der Schülerinnen und Schüler an uns.
Höhepunkt des Tages war dann das Rennen mit den selbstgebauten Solarfahrzeugen nachmittags, das leider aufgrund des tiefen Sonnenstands nicht im Freien ausgeführt werden konnte. Als Abhilfe wurden Baustrahler benutzt, mit denen die Autos auch im Gebäude fuhren. Die Schüler fieberten mit und feuerten ihr Auto an, in das sie viel Mühe investiert hatten. Sogar einige Medienvertreter waren anwesend, um über das Projekt zu berichten und um so das Thema zusätzlich zu verbreiten. 
Anschließend blieben noch viele Schüler in der Schule, um sich weiter zu informieren, sowohl über die Thematik, als auch über ihre Studienwahl, da viele von ihnen im Abschlussjahr waren.
 

Zum Abschluss kann man sagen, dass das Vereinsziel erreicht wurde. Es ist gelungen, bei den Schülerinnen und Schülern Begeisterung für die große Themenvielfalt rund um den Klimaschutz und Erneuerbare Energien zu wecken, sodass sie auch noch nach unserer Abfahrt weiter über das Thema diskutieren, wie uns die Ansprechpartnerinnen im Nachhinein berichteten.